Donnerstag, März 17, 2011

Umgang mit „Alleingängen“ - Eine differenzierte Antwort

Falk fragt bei hoch ist gut, wie man das Problem mit Alleingängen lösen könne. Kommt darauf an, antworte ich, nämlich darauf, was das für ein Alleingang ist.

Der persönliche Alleingang
Hier ist es um eher in persönliches Problem des Charakters bestellt, weniger um die Lösung der Gruppenmission. In diesem Fall ist die Lösung: Lass die anderen Mitspieler die Beteiligten spielen. Es schadet nicht, wenn sie es tun. Viele Spieler blühen geradezu auf, wenn man ihnen einen NSC auf den Leib schneidert.

Die Spähmission
Hier wird Schurke Karl vorausgeschickt und alle warten begierig, was er herausfindet. Hier gibt es soweit kein Problem, denn alle warten begierig, was Karl herausfindet.
Sollte Karl höchst lange und erfolgreich spähen, vielleicht sogar den feindlichen Oberpriester im Bett erdolchen, dann belohne man die anderen Spieler mit Gummipunkten, weil sie so gut zugehört haben. Frei nach dem Motto: „Der eine kriegt Action, die anderen Points.“

Die HiTech-Spähmission
Jetzt haben wir nicht Schurke Karl in EDO-Land, sondern Agent Clark in einer technisierten Umgebung: Hier können die anderen Charaktere den Fortschritt von Clark per Funk verfolgen und ihm auf diesem Wege helfen. Je höher technisiert, desto besser: Eventuell kann man ihm kurz den Umgang mit Helikoptern ins Hirn laden.
Natürlich kann in Fantasy-Welten die Technik durch Magie ersetzt werden.

Die reduzierte Variante
Diese geht eigentlich immer, macht aber, dass man wenig Rollenspiel macht: Man lässt den Charakter einmal würfeln und stellt dann fest, was raus kommt. Natürlich kann man diesen Mechanismus auf diverse Arten und Weisen aufbohren, etwa indem andere Charaktere unterstützen können.

Die Montage
Die Montage funktioniert nach dem Motto: Getrennt maschieren, vereint zuschlagen. Hier machen alle gleichzeitig Alleingänge, aber mit einem gemeinsamen Ziel. Beispielsweise suchen alle nach Hinweisen über den dunklen Kult, nur an verschiedenen Orten oder mit verschiedenen Mitteln. Der Gelehrte liest in der Bibliothek, das Face hört sich in der Stadt um, der Priester bitte um Visionen von seinem Gott usw. Dann würfelt jeder einmal und wenn die gemeinsam erreichte Qualität der Würfe (also etwa die addierten Erfolge) hoch genug ist, ist das Problem gelöst.
D&D4 nennt das eine Skill Challgenge. Ich bloggte bereits über diesen Ansatz.

Flash-Points nutzen
Diese Variante bietet sich an, wenn alle gleichzeitig etwas tun und man dies für alle relativ konventionell ausspielen möchte. Hier gilt: Schneide zur nächsten Gruppe, wenn es bei der ersten besonders spannend ist. Das ist nicht nur im Fernsehen gut, sondern auch im Rollenspiel.
Vor allem, wenn die Spieler noch etwas zum Nachdenken haben: Alrik wird gleich zum König vorgelassen werden. Alriks Spieler hat jetzt noch einmal die Möglichkeit sich zurechtzulegen, wie er gleich mit dem König sprechen wird.

Kommentare:

Matze hat gesagt…

Mir gefallen deine Beschreibungen und ich stimme dir auch eigentlich in jedem Punkt zu.
Nur der erste Punkt mag mir nicht behagen. Zum Einen sehe ich das Problem das die NSCs nicht Objektiv gespielt werden und Eigenschaften wie "übertriebene Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit" an den Tag legen. Hängt natürlich von der Gruppe ab.
Im Normalfall würde ich jedoch hoffen, dass es auch hier so läuft wie bei dem vorschleichenden Schurken.
Alle hören interessiert zu und erfreuen sich an gebotenem Rollenspiel.
In meiner Gruppe klappt das eigentlich sehr gut, auch wenn es sich über einen langen Zeitraum entwickeln musste.

Falk hat gesagt…

sehr schön.
Danke, daß du die gängigen Handhabungen unterschiedlicher Alleingänge nochmal übersichtlich auflistest.

Allein die Lösungen für mein Problem (das dürfte ungefähr der Spähmission entsprechen) sehe ich eher als Notbehelfe
dazu hier
http://forum.rsp-blogs.de/index.php/topic,755.msg2076.html#msg2076

Stefan / 1of3 hat gesagt…

Matze schrieb:
"Nur der erste Punkt mag mir nicht behagen. Zum Einen sehe ich das Problem das die NSCs nicht Objektiv gespielt werden und Eigenschaften wie "übertriebene Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit" an den Tag legen. Hängt natürlich von der Gruppe ab."

Abgesehen von Wicks kurzem Beitrag lässt sich noch anführen, warum sollte das jemand tun, wenn es ihm explizit nichts bringt, weil es es sich um ein persönliches Problem des Charakters handelt?


@Falk:

Was Schleichen angeht, wurde in dem Forenthema ja schon korrekt festgestellt, dass es sich häufig um eine Fähigkeit vom S-Typ handelt. Du kannst das natürlich ändern.

Übertrieben ist diese Argumentation, die du anführst:
"- 1of3: Zugucken ist kein Problem oder Mitspieler NSCs spielen lassen oder Gummipunkte geben.
Nun, Zweites hatte ich im Eingangsbeitrag eigentlich schon erwähnt. Und beim Zugucken hat imho jeder eine Grenze, Zugucken ist also keine Lösung sondern ein Arrangement. Wäre es eine Lösung, wäre es ja theoretisch legitim, wenn die Mitspieler überhaupt nie mehr an die Reihe kämen und NUR zugucken. Daran sieht man, daß das allenfalls eine Notlösung ist."

Selbstverständlich ist zugucken nur begrenzt eine Lösung. Das ist gar nicht abzustreiten. Aber bis zu einem gewissen Grad, ist das eben schon OK.

Matze hat gesagt…

@Stefan
Einfach nur weil die Spieler im Normalfall befreundet sind und sich das Leben gegenseitig nicht schwer machen wollen. Ich freue mich ja nicht nur wenn ich was schönes bekomme sondern auch wenn das bei meinen Mitspielern der Fall ist also versuche ich ihm möglichst wenig Steine in den Weg zu legen. :)

Aber das ist ja auch nur ein Randpunkt, hauptsächlich bin ich noch immer der Meinung, dass jede noch so persönliche Aktion die ein Spieler im Alleingang durchführt auch interessant und spannend sein kann für Mitspieler die dabei einfach nur zuhören. Alles eien Frage der Gruppe und der Rollenspielquallität.